VON DER SELBSTVERSORGERIN ZUR GESCHÄFTSFRAU

Lindah ist 29 Jahre alt, verheiratet und Mutter von drei Kindern. Sie stammt aus dem Dorf Muganhu im Bezirk Shamva, Simbabwe. Bevor sie am Projekt «Green paths for you(th) and the climate» teilnahm, unterstützte sie ihre Familie finanziell durch Gelegenheitsjobs. Die Familie war stark von der Subsistenzlandwirtschaft abhängig. Das von Development Aid from People to People Zimbabwe (DAPP) und der Swiss Academy for Development (SA4D) durchgeführte Projekt zielt darauf ab, junge Menschen zu befähigen, in der Landwirtschaft unternehmerisch tätig zu werden und ein Einkommen zu generieren. Es kombiniert Kurz-Schulungen in klimafreundlicher Landwirtschaft mit sport- und spielbasierten Trainings zu Unternehmertum und Beschäftigungsfähigkeit.

Lindah nahm an einem Gartenbaukurs teil, der sich auf Pilzproduktion konzentrierte. Zudem erwarb sie neues Wissen in den Bereichen Finanzwesen, Einkommensgenerierung und Unternehmertum. An den Schulungen schätzte sie besonders, dass sie in der Gemeinde stattfanden und somit leicht zugänglich waren. Im Rahmen des Projekts profitieren die Teilnehmenden auch von einem Mentoring, das den theoretischen Unterricht mit praktischen Einblicken in klimafreundliche Landwirtschaftsmethoden ergänzt. Lindahs Mentor ist Mr. Regis, ein erfahrener Pilzproduzent aus der Gemeinde. Unter seiner Anleitung baute sie ein kostengünstiges Pilz-Anbauhaus bei sich zuhause, wobei sie lokale Ressourcen verwendete. Ganz die Geschäftsfrau erklärt sie: «Mit einem Anfangskapital von 51 USD kaufte ich alle notwendigen Ausgangsmaterialien für die Produktion von Austernpilzen. Innerhalb von drei Monaten erntete ich insgesamt 150 kg Austernpilze. Dank meinen neuen Kenntnissen in den Bereichen Marketing und Unternehmertum konnte ich den Wert meiner Produkte steigern, indem ich sie in 500g-Schalen verpackte und mit einem Label versah. Die Schalen habe ich dann für 1 USD pro Stück verkauft und damit Einnahmen von 260 USD erzielt. 20 kg behielt ich für den Eigenbedarf.»

Auf die Frage, was sie an der Schulung schätzte, betont Lindah, dass der sport- und spielbasierte Lehransatz ihr geholfen hat, komplexe Konzepte leichter zu verstehen, und dass die Lektionen dadurch mehr Spass gemacht hätten. Ähnliches Feedback gaben auch andere Kursteilnehmende sowie die beiden für die Kurse verantwortlichen Lehrer:innen Farirai und Wonder. Sie betonen den Enthusiasmus der Teilnehmenden sowie die Nützlichkeit von Spielen und interaktiven Aktivitäten zur Erläuterung von Konzepten des Unternehmertums. Beispielsweise das szenenbasierte Rollenspiel «Marktspiel», welches in die Kernkonzepte des Marktes einführt. Durch das Rollenspiel sind Begriffe wie «Nachfrage, Angebot und Wettbewerb» plötzlich leicht zu verstehen.

Zurück zu Lindah: Die Teilnahme an dem Projekt hat sie nicht nur zu einer erfolgreichen Geschäftsfrau gemacht, sondern auch zu einem Vorbild für andere in ihrer Gemeinde. Diese Rolle nimmt sie gerne an und steht andern mit Rat und Tat zur Seite. Darüber hinaus wird Lindah nach einer weiterführenden Schulung durch DAPP nun selbst zur Lehrerin und wird in Zukunft andere in der Pilzproduktion ausbilden. Sie ist dankbar für die erhaltene Möglichkeit und zufrieden mit ihrem Weg, welcher sie von der Subsistenzlandwirtschaft zum Erfolg führte. Wenn sie auf ihre Leistungen der letzten Monate zurückblickt, tut sie dies mit Stolz und plant bereits ihre nächsten Schritte. Sie sagt: «Heute erwirtschafte ich mit meinem Pilzgeschäft ein durchschnittliches Wocheneinkommen von 30 USD. Mit diesem regelmässigen Einkommen kann ich das Schulgeld für meine Kinder bezahlen und in landwirtschaftliche Produkte investieren, um eine gute und gesunde Ernährung für unsere Familie sicherzustellen. Um der wachsenden Nachfrage der örtlichen Kirchen, Schulen und Restaurants gerecht zu werden, weite ich meine Pilzproduktion aus. Mein Mann ist in das Geschäft eingestiegen, und gemeinsam tragen wir zu einer sicheren Ernährung und einem sicheren Einkommen unserer Familie bei.»

Wir wünschen Lindah alles Gute für ihre zukünftigen Unternehmungen und freuen uns darauf, von ihren nächsten Erfolgen zu hören. Die Qualität ihrer Pilze wurde übrigens von zwei SA4D-Project Officers bei einem Projektbesuch im Oktober 2024 persönlich getestet, das Fazit: köstlich!