Auf den ersten Blick scheinen die Hügel Ugandas und die städtischen Quartiere Kolumbiens wenig gemeinsam zu haben. Dennoch wurden in den letzten drei Jahren in beiden Ländern Projekte mit ähnlichen Komponenten von der Swiss Academy for Development (SA4D) umgesetzt.
Mit Moving Youth! in Uganda und Hitting a Home Run for Peace in Kolumbien verband die SA4D Sport und Spiel mit Unternehmertum, um Lern- und Entwicklungschancen zu schaffen.
Moving Youth!
Das Moving Youth! Projekt wurde im ländlichen Uganda umgesetzt, um jungen Menschen und lokalen Bauerngruppen qualitativ hochwertige technische, landwirtschaftliche und unternehmerische Schulungen anzubieten. Insgesamt nahmen über 1.200 Personen an den Schulungen teil, davon waren 50 Prozent Frauen.
Das Projekt entstand in Partnerschaft mit unserer lokalen Partnerorganisation Action for Child Social and Economic Transformation (ACSET). Die ugandische Organisation brachte ihre Expertise in nachhaltiger Landwirtschaft ein, während SA4D sich primär auf die pädagogischen Aspekte konzentrierte, insbesondere darauf, die Unternehmensschulung in das technische Schulungsprogramm für die jungen Teilnehmenden zu integrieren – einschliesslich Train-the-Trainer-Schulungen und der Entwicklung von Unterrichts- und Schulungsmanuals.
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen wurde durch ein starkes Engagement der lokalen Gemeinschaft zusätzlich gestärkt – insbesondere durch die Unterstützung älterer Gemeindemitglieder. Sie stellten Land zur Verfügung, teilten ihre landwirtschaftlichen Erfahrungen und ihr Wissen und begleiteten die jungen Teilnehmenden bei ihren Aktivitäten und Trainings. So entstand ein echtes generationenübergreifendes Netzwerk, das Praxis, gegenseitige Unterstützung und gemeinsames Lernen innerhalb der Trainings förderte – wobei Sport und Spiel als pädagogische Werkzeuge eingesetzt wurden.

Hitting a Home Run for Peace
In den kolumbianischen Stadtquartieren – geprägt von Gewalt aufgrund von Machenschaften bewaffneter Gruppen und krimineller Netzwerke – zeigte sich eine ähnliche Dynamik. Im Rahmen des Projekts Hitting a Home Run for Peace wurde Sport zu einem Mittel, um gemeinsam genutzte Räume symbolisch und praktisch zurückzugewinnen. Gleichzeitig förderte das Projekt einkommensschaffende Aktivitäten und Unternehmertum.
Der lokale Partner Grupo Internacional de Paz (GIP) setzte Baseball gezielt ein, um Kinder und Eltern zusammenzubringen und sichere Räume wiederzubeleben. Auch hier spielte die Beteiligung der Gemeinschaft eine zentrale Rolle: Lokale Trainer und Führungskräfte waren aktiv in allen Aktivitäten des Projekts eingebunden.
Ein praxisorientiertes Schulungsprogramm im Unternehmertum wurde entwickelt, durch das die Teilnehmenden angeleitet wurden, eigene Geschäftspläne zu erstellen. Diese konnten für Startfinanzierungen eingereicht werden, die speziell hierfür eingerichtet wurden.

Anpassung an lokale Kontexte
Die Unternehmertumsschulungen wurden in verschiedenen Formen durchgeführt, die jeweils auf den sozioökonomischen Kontext, die Bedürfnisse und Interessen der Zielgruppen in jedem Land zugeschnitten waren. Das Ziel blieb jedoch gleich: wirtschaftlich tragfähige Perspektiven für junge Menschen – und lokale Gemeinschaften – zu fördern. Dies in Kontexten mit begrenzten Möglichkeiten, sei es durch Gewalt und Risiken im Zusammenhang mit bewaffneten Gruppen oder durch strukturelle Arbeitslosigkeit.
Resultate und Herausforderungen
Die sport- und spielbasierten Aktivitäten, die den sozialen Zusammenhalt förderten, stärkten das Engagement der Teilnehmenden deutlich – insbesondere unter Frauen. In Kolumbien etwa gründeten sieben Frauen ein Mikrounternehmen für selbst hergestellte Haushaltsreinigungsprodukte, das seit seiner Gründung stetig wächst. Sie haben neue Mitarbeitende eingestellt, und ihre Umsätze steigen jeden Monat.
In Uganda konnten junge Menschen und Landwirt:innen durch die eingerichteten Spar- und Darlehensgruppen ihre Investitionsfähigkeit stärken. Diese Gruppen ermöglichten es ihnen, gemeinsam zu sparen, kleine Kredite aufzunehmen und so ihre ersten unternehmerischen Initiativen zu finanzieren.
Die geografische Streuung der Teilnehmenden sowie die starke Heterogenität der Zielgruppen stellten eine gemeinsame Herausforderung für beide Projekte dar. Diese Erkenntnis veranlasst die SA4D dazu, sich in den nächsten Projektphasen auf konkrete Regionen zu konzentrieren und verstärkte digitale und Kommunikationsmassnahmen zu nutzen, um die physische Distanz zu überwinden.

Stärkung der Teilnehmenden
Darüber hinaus lässt sich der Erfolg der Projekte auch an der Entwicklung der Selbsteffizienz und den Lebenskompetenzen der Teilnehmenden messen. Diese fühlen sich selbstsicherer, eigenständiger und handlungsfähiger, sei es beim Aufbau einer eigenen Tätigkeit, bei der Jobfindung oder beim Setzen persönlicher Lebensziele. Die Abschlussberichte zeigen eine deutliche Verringerung der Arbeitslosigkeit unter den Teilnehmenden. Viele haben genug Selbstvertrauen gewonnen, um ihre eigene kleine Unternehmung zu starten oder wiederzubeleben, gestützt auf das erworbene Wissen und das untereinander entstandene Unterstützungsnetzwerk. Auch wenn die erzielten Einkünfte noch relativ bescheiden sind, ist die finanzielle Situation der Teilnehmenden verbessert.
Die Projekte zeigen deutlich: Nur wenn lokale Akteure gestärkt, Hilfsmittel geteilt und Methoden an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden, kann ein nachhaltiger und relevanter Impact entstehen.
Veröffentlicht am 11.03.2026